Viele, die nach Deutschland ziehen, sind überrascht: Die Preise für Lebensmittel, Elektronik und Kleidung scheinen stabil zu sein, doch die Deutschen geben 30–40 % weniger aus. Das liegt nicht an Geiz, sondern an einem System, das Impulskäufe bestraft und Planung belohnt. Wichtig: Gehen Sie nicht hungrig und ohne Einkaufsliste in den Supermarkt. Deutsche Supermarktketten wie Aldi, Lidl, Edeka und Rewe haben ihre Einkaufswege clever organisiert: Süßigkeiten und Snacks befinden sich in Augenhöhe nahe der Kasse, während gesunde Produkte weiter hinten zu finden sind. Planen Sie Ihren Wocheneinkauf, prüfen Sie Ihre Vorräte und kaufen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen. Die Bring!-App oder auch ein Notizbuch sind dabei hilfreich. Und denken Sie daran: In Deutschland gibt es ein großzügiges Rückgaberecht – Sie können fast jeden Artikel innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeben. Kaufen Sie aber lieber bewusst und nicht zu viel ein.
Rabatt-Apps und Coupons sind ein ganz anderes Thema. Jeder deutsche Supermarkt hat seine eigene App mit personalisierten Angeboten: Payback (das beliebteste Programm, das Rewe, DM, Real und Hunderte anderer Geschäfte vereint), Lidl Plus und die Kaufland Card. Durch Scannen des Kassenbons sammeln Sie Punkte, die Sie gegen Bargeld oder Premium-Artikel einlösen können. Der Clou: Kombinieren Sie die Angebote! Payback bietet beispielsweise freitags oft „10 % Rabatt auf alles“-Coupons, während Lidl Plus ab einem bestimmten Einkaufswert ein Gratisprodukt anbietet. Deutsche lieben außerdem Coupon-Pakete, die per Post kommen (zum Beispiel von Rossmann oder DM). Nehmen Sie sich am Sonntagabend fünf Minuten Zeit, um die Angebote durchzustöbern und die wirklich passenden auszuwählen. Das ist keine Geizigkeit, sondern cleveres Sparen.
Produkte mit Verfallsdatum zu kaufen, ist eine ganz andere Sache. In Deutschland ist das kein Tabu, sondern ein umweltfreundlicher Trend. Viele Supermarktketten, insbesondere Penny und Netto, bieten Rettertüten oder Wundertüten an – Taschen mit Gemüse, Obst, Brot oder Milchprodukten, die für 2–3 Euro verkauft werden, aber tatsächlich 10–15 Euro kosten. Mit den Apps Too Good To Go und Foodsharing kann man Lebensmittel aus Cafés, Bäckereien und Restaurants retten. Man reserviert ein „Überraschungspaket“ und holt es zu einem festgelegten Zeitpunkt ab. Risiko: Man bekommt vielleicht fünf Laibe Schwarzbrot oder ein Kilo Erdbeeren, die heute oder morgen genießbar sind. Aber wenn man weiß, wie man einfriert (und deutsche Gefrierschränke sind riesig) oder Kompott und Suppen zubereitet, ist das eine ideale Option. In Deutschland sind solche Initiativen sogar gesetzlich geschützt – man verstößt nicht gegen das Gesetz, wenn man abgelaufene Lebensmittel abholt, solange das Produkt noch genießbar ist.
