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Wildtiere

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In Tiefen von drei- bis siebentausend Metern, in stockfinsterer Dunkelheit und eiskaltem Wasser, wo der Druck ein U-Boot zerquetschen könnte, schwimmt ein Wesen, das aussieht, als wäre es einem Kinderbuch entsprungen. Es handelt sich um den Dumbo-Oktopus mit zwei „Ohren“, die in Wirklichkeit Flossen sind und an den berühmten Disney-Elefanten erinnern. Diese zarten und geheimnisvollen Geschöpfe gehören zu den Tiefsee-Oktopussen, die der Wissenschaft bekannt sind. Sie werden so selten fotografiert, dass jedes Bild eine Sensation für Ozeanographen weltweit darstellt.

Dumbo-Oktopusse gehören zur Gattung Grimpoteuthis, und ihr Hauptmerkmal sind die zwei Flossen an ihrem Mantel. Diese Auswüchse, die großen Ohren ähneln, gaben ihnen ihren Spitznamen. Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass Oktopusse erst mit zunehmendem Alter Flossen entwickeln. Jüngste Aufnahmen von neugeborenen Oktopussen zeigen jedoch, dass sie vom Schlüpfen an „Ohren“ besitzen. Diese Flossen dienen ihnen als Hauptantrieb: Während sich andere Oktopusse mithilfe eines durch einen Trichter ausgestoßenen Wasserstrahls fortbewegen, gleiten Dumbo-Oktopusse lieber wie Quallen dahin und schlagen dabei gemächlich mit ihren „Ohren“.

Die Tiefsee hat einen ganz besonderen Einfluss auf den Lebensstil der Dumbo-Oktopusse. Da Nahrung hier extrem knapp ist, führen sie ein sesshaftes Leben und sparen jede Kalorie. Sie ernähren sich von Weichtieren, Vielborstern und kleinen Krebstieren, die ihnen begegnen. Interessanterweise kümmern sich Dumbo-Oktopusse nicht um ihren Nachwuchs – das Weibchen legt ihre Eier an einem abgelegenen Ort auf dem Meeresboden ab und schwimmt davon, sodass die Jungtiere sich selbst überlassen bleiben. Dies ist ungewöhnlich für Oktopusse, da viele Arten ihre Nester bis zum Tod bewachen. Auf dem Meeresboden, wo geeignete Nistplätze rar sind, hat sich die Strategie des „Einfach nisten und sich dann nicht mehr darum kümmern“ als evolutionär gerechtfertigt erwiesen.

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Auf den ersten Blick ähnelt dieses Insekt einem Plüschtier – flauschig, mit einer schwarz-weißen Färbung, die an einen Riesenpanda erinnert. Doch lassen Sie sich von ihrem „niedlichen“ Aussehen nicht täuschen. Die Panda-Ameise ist gar keine Ameise, sondern eine flügellose Wespe mit einem der schmerzhaftesten Stiche der Insektenwelt. Sie ist in den Trockengebieten Chiles und Argentiniens beheimatet und wird auch „Kuhkiller“ genannt. Auch wenn das übertrieben ist, kann ihr Gift bei großen Tieren tatsächlich starke Schmerzen und vorübergehende Lähmungen verursachen.

Warum ist dieses Tier so flauschig? Weiße und schwarze Haare bedecken seinen gesamten Körper und verleihen ihm eine samtige Textur. Diese Warnfärbung signalisiert Fressfeinden, dass die Beute giftig ist. Und die Warnung ist berechtigt. Das Gift der Panda-Ameise ist so stark, dass Einheimische berichten, dass bereits zehn Stiche selbst eine Kuh töten können. Obwohl die Dosis für Menschen nicht tödlich ist, gilt der Stich als äußerst schmerzhaft. Diese Wespen besitzen einen glatten Stachel, sodass sie nach einem Angriff nicht sterben und mehrmals hintereinander stechen können, um so immer wieder neue Dosen Gift injiziert zu bekommen.

Eines der faszinierendsten Merkmale der Pandaameise ist ihr Geschlechtsdimorphismus, der Biologen lange Zeit vor ein Rätsel stellte. Weibchen und Männchen unterscheiden sich so deutlich, dass sie lange Zeit als völlig verschiedene Arten galten. Weibliche Pandaameisen sind flügellos, ähneln behaarten Ameisen und leben am Boden. Männchen hingegen besitzen Flügel, sehen schlanken Wespen ähnlich und fliegen auf der Suche nach Nahrung und Partnerinnen. Die Weibchen haben ein spezielles Stridulationsorgan am Hinterleib, das an ihren Segmenten reibt und ein Ultraschallsignal aussendet, um Männchen anzulocken.

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Gäbe es einen Wettbewerb um die seltsamste Meeresberühmtheit, würde der Blobfisch mit Sicherheit den ersten Platz belegen. Dieses gallertartige Wesen mit einer „Nase“ und einem traurigen, menschenähnlichen Gesicht hat die Internet-Memes erobert, doch im wahren Leben ist es ein Opfer seiner eigenen Physiologie. Es wurde offiziell als „hässlichstes Tier der Welt“ anerkannt, was es jedoch nicht daran hinderte, 2025 den Wettbewerb „Fisch des Jahres“ in Neuseeland zu gewinnen. Als Bewohner der Tiefen vor der Küste Australiens und Tasmaniens ist es zu einem Symbol für den Kampf um den Erhalt der Tiefsee-Ökosysteme geworden, und seine Geschichte reicht viel tiefer, als es auf den ersten Blick scheint.

Die Hauptursache für seine „Hässlichkeit“ ist das Barotrauma. Der Blobfisch lebt in Tiefen von 600 bis 1200 Metern, wo der Druck um ein Vielfaches höher ist als an der Oberfläche. Sein Körper, dem ein festes Skelett, Schuppen und eine Schwimmblase fehlen, besteht aus einer gallertartigen Masse mit einer etwas geringeren Dichte als Wasser. Dadurch kann er über dem Meeresboden schweben, ohne Energie fürs Schwimmen zu verschwenden. Wenn der Blobfisch in Fischernetzen plötzlich an die Oberfläche steigt, zerstört der Druckabfall sein Gewebe und verwandelt ihn in die schleimige Masse, die wir von Fotos kennen. In seinem natürlichen Lebensraum sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher, unscheinbarer Fisch.

Die Überlebensstrategie des Blobfischs ist reine Energieersparnis. Er schwimmt kaum und jagt nicht aktiv. Er ist ein Lauerjäger, der mit weit geöffnetem Maul an Ort und Stelle sitzt und auf kleine Krebstiere oder Fische wartet, die vorbeischwimmen. Seine Bewegungen sind fast unmerklich und sein Stoffwechsel extrem langsam. In der Tiefe, wo Nahrung knapp ist, bietet ihm diese Lebensweise eine Überlebenschance. Die durchschnittliche Länge des Blobfisches beträgt etwa 30 cm, es wurden jedoch auch Exemplare von bis zu 70 cm Länge gesichtet, die selten mehr als zwei Kilogramm wiegen. Da er keine Muskeln besitzt, benötigt er keine Kalorien, um zu überleben.

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Wer glaubt, Mäuse seien die widerstandsfähigsten Nagetiere, irrt sich gewaltig. Lernen Sie den Nacktmull kennen – ein faltiges, fast blindes Geschöpf, das zehnmal länger lebt als seine Verwandten, kaum altert und Krebs scheinbar mühelos trotzt. Die winzigen Tiere, die nur 30–40 Gramm wiegen und in den trockenen Savannen Ostafrikas leben, sind eine wahre Sensation in der Gerontologie. Sie trotzen fundamentalen biologischen Gesetzen und zwingen Wissenschaftler dazu, Lehrbücher umzuschreiben und nach Hinweisen auf ein längeres menschliches Leben zu suchen.

Beginnen wir mit der verblüffendsten Tatsache: Nacktmulle verstoßen gegen das Gompertzsche Gesetz, eine mathematische Formel, die die Sterblichkeitsrate von Lebewesen beschreibt. Bei den meisten Tieren steigt die Sterbewahrscheinlichkeit mit dem Alter exponentiell an. Bei Nacktmullen bleibt dieser Wert jedoch fast während ihrer gesamten 35- bis 40-jährigen Lebensspanne konstant niedrig. Für ein Nagetier dieser Größe ist das ein absoluter Rekord. Mäuse leben maximal 3–4 Jahre, Ratten etwa 5 Jahre. Umgerechnet auf die menschliche Lebenserwartung würden wir mit der Gesundheit eines Nacktmulls bis zu 800 Jahre alt werden.

Doch Langlebigkeit ist nicht die einzige Superkraft dieses Tieres. Nacktmulle sind praktisch krebsfrei. Die Mechanismen dieser Resistenz sind noch nicht vollständig erforscht, aber man weiß bereits, dass ihre Zellen ein Phänomen namens „Kontaktinhibition“ aufweisen. Vereinfacht gesagt: Während sich die Zellen eines gewöhnlichen Säugetiers bei Kontakt nicht mehr teilen, ist dieses „Stoppsignal“ bei einem Nacktmull so stark, dass das Risiko einer bösartigen Entartung gegen null geht. Darüber hinaus sind diese Nagetiere unempfindlich gegenüber chemischen oder radiologischen Einflüssen, die bei anderen Tieren mit Sicherheit Tumore auslösen würden.

Wie bleiben sie so lange jung und gesund? Das Geheimnis liegt in ihrem Lebensraum und ihrem Stoffwechsel. Nacktmulle leben tief unter der Erde, unter extrem sauerstoffarmen Bedingungen. Über Millionen von Jahren der Evolution haben sie sich an Sauerstoffmangel angepasst und so oxidative Zellschäden reduziert – eine der Hauptursachen für die Alterung bei Landsäugetieren. Ihr Körper kann, ähnlich wie bei Pflanzen, auf einen Fruktose-basierten Energiestoffwechsel umstellen, wodurch sie unter Bedingungen überleben können, unter denen andere Säugetiere innerhalb von Minuten ersticken würden. Außerdem fehlt ihrer Haut der für den Schmerz verantwortliche Stoff (Substanz P), sodass sie das Brennen von Säuren und scharfen Gewürzen nicht spüren.

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Stellen Sie sich ein Lebewesen vor, das ein verlorenes Bein nachwachsen lassen, Teile seines Gehirns oder sogar sein Herz regenerieren kann und dabei sein ganzes Leben lang das Aussehen und Verhalten eines verspielten Jungtiers beibehält. Das ist keine Science-Fiction, sondern Realität und schwimmt in Aquarien rund um den Globus. Die Rede ist vom Axolotl – einem mexikanischen Salamander, der die Gesetze der Biologie scheinbar außer Kraft setzt, indem er für immer in seiner Jugend „feststeckt“. Diese charmanten Tiere werden aufgrund ihrer freundlichen Gesichter und der federartigen Kiemen, die aus ihrem Kopf ragen, oft auch „Wasserschleimfische“ genannt. Doch hinter ihrem niedlichen Aussehen verbirgt sich einer der komplexesten Organismen unseres Planeten, den Wissenschaftler seit Jahrzehnten erforschen, um das Geheimnis ewiger Jugend und Regeneration zu lüften.

Die Einzigartigkeit des Axolotls liegt in seiner Neotenie – der Fähigkeit, die Geschlechtsreife zu erreichen, während er sich im Larvenstadium befindet. Im Grunde handelt es sich um eine große Kaulquappe, die sich gegen die Metamorphose zum ausgewachsenen Tier entschieden hat. Anders als die meisten Amphibien muss sie nicht an Land gehen; ihr Körper bleibt im Wasser, und ihre Kiemen sind äußerlich. Dieser Zustand wird durch einen erblichen Mangel des Hormons Schilddrüsenhormon verursacht. Interessanterweise kann der Axolotl jedoch die Metamorphose durchlaufen und sich in einen ausgewachsenen Landsalamander verwandeln, wenn sich die Umweltbedingungen ändern (zum Beispiel durch allmähliches Austrocknen eines Gewässers oder durch die Injektion eines Hormons).

Das auffälligste Merkmal des Axolotls ist seine Regenerationsfähigkeit, die unter Wirbeltieren ihresgleichen sucht. Verliert dieses Tier eine Gliedmaße, bildet sich an der Wundstelle keine raue Narbe, sondern ein sogenanntes Blastem – eine Ansammlung unspezialisierter Zellen, die sich buchstäblich „erinnern“, welches Bein nachwachsen muss. Darüber hinaus ist dieses neue Bein eine perfekte Nachbildung des ursprünglichen, einschließlich Knochen, Muskeln und Nerven. Wissenschaftler haben bereits entdeckt, dass der Axolotl einen natürlichen Retinsäuregradienten besitzt: Seine Konzentration ist in Schulternähe am höchsten und nimmt zu den Fingerspitzen hin ab. Dies liefert dem Körper eine Art „Bauplan“ für die Regeneration.

Überraschenderweise erstreckt sich diese Selbstheilungsfähigkeit sogar auf das zentrale Nervensystem. Der Axolotl kann ein beschädigtes oder sogar teilweise verlorenes Gehirn regenerieren. Um dies zu erreichen, verfügt der Amphibie über einen komplexen, mehrstufigen Regulationsprozess, an dem spezifische Gene beteiligt sind, die beim Menschen inaktiv sind. Darüber hinaus erfolgt die Regeneration narbenfrei – ein Traum der modernen Medizin. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Labore weltweit diese Amphibien züchten, in der Hoffnung, ihre Mechanismen auf die menschliche Physiologie zu übertragen, um Rückenmarksverletzungen zu behandeln und verlorene Organe wiederherzustellen.

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