Gäbe es einen Wettbewerb um die seltsamste Meeresberühmtheit, würde der Blobfisch mit Sicherheit den ersten Platz belegen. Dieses gallertartige Wesen mit einer „Nase“ und einem traurigen, menschenähnlichen Gesicht hat die Internet-Memes erobert, doch im wahren Leben ist es ein Opfer seiner eigenen Physiologie. Es wurde offiziell als „hässlichstes Tier der Welt“ anerkannt, was es jedoch nicht daran hinderte, 2025 den Wettbewerb „Fisch des Jahres“ in Neuseeland zu gewinnen. Als Bewohner der Tiefen vor der Küste Australiens und Tasmaniens ist es zu einem Symbol für den Kampf um den Erhalt der Tiefsee-Ökosysteme geworden, und seine Geschichte reicht viel tiefer, als es auf den ersten Blick scheint.
Die Hauptursache für seine „Hässlichkeit“ ist das Barotrauma. Der Blobfisch lebt in Tiefen von 600 bis 1200 Metern, wo der Druck um ein Vielfaches höher ist als an der Oberfläche. Sein Körper, dem ein festes Skelett, Schuppen und eine Schwimmblase fehlen, besteht aus einer gallertartigen Masse mit einer etwas geringeren Dichte als Wasser. Dadurch kann er über dem Meeresboden schweben, ohne Energie fürs Schwimmen zu verschwenden. Wenn der Blobfisch in Fischernetzen plötzlich an die Oberfläche steigt, zerstört der Druckabfall sein Gewebe und verwandelt ihn in die schleimige Masse, die wir von Fotos kennen. In seinem natürlichen Lebensraum sieht er aus wie ein ganz gewöhnlicher, unscheinbarer Fisch.
Die Überlebensstrategie des Blobfischs ist reine Energieersparnis. Er schwimmt kaum und jagt nicht aktiv. Er ist ein Lauerjäger, der mit weit geöffnetem Maul an Ort und Stelle sitzt und auf kleine Krebstiere oder Fische wartet, die vorbeischwimmen. Seine Bewegungen sind fast unmerklich und sein Stoffwechsel extrem langsam. In der Tiefe, wo Nahrung knapp ist, bietet ihm diese Lebensweise eine Überlebenschance. Die durchschnittliche Länge des Blobfisches beträgt etwa 30 cm, es wurden jedoch auch Exemplare von bis zu 70 cm Länge gesichtet, die selten mehr als zwei Kilogramm wiegen. Da er keine Muskeln besitzt, benötigt er keine Kalorien, um zu überleben.
