Wenn es draußen 2 Grad Celsius kalt ist, ein Nordwind weht und die Heizkörper in Ihrer Wohnung kaum warm sind, kann die deutsche Heizkostenabrechnung schnell zu einem echten Winterdepressionsgefühl führen. Doch mit einem systematischen Ansatz können Sie Ihre Kosten um 20–40 % senken, ohne sich dick einzupacken und zu frieren. Die erste Regel lautet: richtiges Lüften. Die deutsche Stoßlüftungsmethode bedeutet nicht, das Fenster stundenlang einen Spalt offen zu lassen (dadurch kühlen die Wände ab und Sie müssen viel Geld nachheizen), sondern alle 2–3 Stunden für 3–5 Minuten die Fenster weit zu öffnen. In dieser Zeit wird die Luft komplett ausgetauscht, aber Möbel und Wände haben keine Zeit, abzukühlen. Ein leichter Luftzug ist besonders effektiv: Öffnen Sie die Fenster in zwei gegenüberliegenden Räumen – schon nach einer Minute spüren Sie, wie Feuchtigkeit und Kohlendioxid entweichen.
Der zweite Spartipp: die Thermostatventile Ihrer Heizkörper richtig einstellen. Die meisten deutschen Wohnungen haben Thermostatventile mit den Nummern 1 bis 5. Diese regeln nicht die Temperatur in Grad, sondern halten die eingestellte Raumtemperatur konstant. Position 3 entspricht etwa 20 °C, Position 2 etwa 16 °C und Position 4 etwa 24 °C. Eine Einstellung von 2–2,5 °C (17–18 °C) ist für ein Schlafzimmer ausreichend, 3 °C (20 °C) für ein Badezimmer beim Duschen und 3–4 °C für ein Wohnzimmer. Der häufigste Fehler ist, das Ventil auf 5 zu stellen, um „schneller aufzuheizen“ – das funktioniert nicht; das Ventil öffnet zwar vollständig, führt aber zu Überhitzung. Zweitens: Heizkörper niemals mit Vorhängen, Möbeln oder Wäschetrocknern verdecken. Der Thermostat benötigt freie Luftzirkulation, sonst bleibt er ständig geöffnet und der Raum kalt. Sofas, Sessel und hohe Schränke sollten mindestens 30 cm vom Heizkörper entfernt aufgestellt werden.
Die Fensterisolierung ist eine Schwachstelle älterer deutscher Häuser. Bis zu 25 % der Wärme können durch Ritzen entweichen. Eine preiswerte Lösung sind Dichtungsstreifen aus Schaumgummi oder Silikon, die in jedem Baumarkt (z. B. Obi, Hornbach, Bauhaus) für 5–10 Euro erhältlich sind. Vor dem Anbringen den Rahmen reinigen, mit Alkohol entfetten und den Streifen umlaufend am Fensterflügel anbringen. Sie werden den Effekt noch am selben Tag bemerken: Zugluft verschwindet und die Luftfeuchtigkeit sinkt (weniger Kondenswasser an der Scheibe). Ein weiterer Tipp ist wärmereflektierende Glasfolie (Winterfensterfolie). Sie lässt Licht durch, reflektiert aber Infrarotstrahlung zurück in den Raum. Das Anbringen ist etwas knifflig (Sie benötigen einen Föhn und Geduld), aber das Ergebnis ist eine Reduzierung des Wärmeverlusts um 2–3 Grad. Wenn Sie Mieter sind, können all diese Verbesserungen rückgängig gemacht werden und benötigen keine Zustimmung; wichtig ist nur, den Rahmen nicht zu beschädigen.
