Home Psychologie Emotionales Burnout: Wie Sie die ersten Warnzeichen erkennen und Ihre Freude zurückgewinnen

Emotionales Burnout: Wie Sie die ersten Warnzeichen erkennen und Ihre Freude zurückgewinnen

by cms@editor

Um wieder fit zu werden, müssen Sie Ihre Werte überdenken. Burnout entsteht oft, wenn man lange Zeit ein falsches Leben geführt hat: für Geld statt für Leidenschaft gearbeitet, toxische Beziehungen gepflegt und die eigenen Bedürfnisse ignoriert hat. Schreiben Sie auf, was Ihnen in Ihrer Kindheit und Jugend Freude bereitet hat: Zeichnen, im Wald spazieren gehen, Gitarre spielen, Zeit mit Tieren verbringen. Und tun Sie diese Dinge mindestens 15 Minuten am Tag, auch wenn Sie keine Lust dazu haben. Deutsche Psychologen empfehlen die „Kleinen Erholungspausen“: Stehen Sie stündlich vom Schreibtisch auf, atmen Sie zehnmal tief durch und schauen Sie aus dem Fenster auf die Bäume. Das löst das Problem zwar nicht vollständig, kann aber den Teufelskreis durchbrechen.

Schlaf ist unerlässlich. Burnout stört den Schlaf-Wach-Rhythmus, und Betroffene können entweder aufgrund von Angstgedanken nicht einschlafen oder schlafen zwölf Stunden und wachen völlig erschöpft auf. Führen Sie eine Stunde vor dem Schlafengehen ein Abendritual ein: keine Bildschirme, ein warmes Bad, ein Buch lesen und Kräutertee (Zitronenmelisse oder Kamille). Wenn die Schlaflosigkeit länger als zwei Wochen anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. In Deutschland kann ein Arzt Ihnen für kurze Zeit leichte Schlafmittel verschreiben, um den Teufelskreis zu durchbrechen. Körperliche Aktivität ist ebenfalls wichtig, sollte aber nicht anstrengend sein. Ein 30-minütiger Spaziergang an der frischen Luft senkt den Cortisolspiegel effektiver als eine Stunde im Fitnessstudio. Deutsche Wälder sind dafür ideal – es gibt dort sogar spezielle Erholungswege.

Versuchen Sie nicht, die Situation allein zu bewältigen. Deutschland verfügt über ein flächendeckendes Netz psychologischer Beratungsdienste, deren Kosten teilweise oder vollständig von den Krankenkassen übernommen werden. Sie können sich von Ihrem Hausarzt an einen Psychotherapeuten überweisen lassen. Es gibt auch Hilfetelefone (Telefonseelsorge – 0800 111 0 111, gebührenfrei, anonym, rund um die Uhr). Selbsthilfegruppen für Menschen mit Burnout gibt es in jeder größeren Stadt – dort finden Sie Menschen, die Sie auch ohne Worte verstehen. Scheuen Sie sich nicht, sich krankzumelden. Burnout ist eine von der WHO anerkannte Erkrankung, und in Deutschland haben Sie Anspruch auf bis zu sechs Wochen bezahlten Krankenurlaub, gefolgt von einer Rehabilitation, falls Ihr Zustand schwerwiegend ist.

Was tun im Job? Wenn Sie sich systematisch überlastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Chef. Nicht in einer verzweifelten, sondern konstruktiven Art: „Die Arbeitsbelastung übersteigt meine Kapazität um 20 %; lasst uns Prioritäten setzen oder einen Teil an eine andere Abteilung delegieren.“ Gute deutsche Arbeitgeber (insbesondere solche mit Betriebsrat) sind verpflichtet, Burnout vorzubeugen. Wenn Sie als Antwort hören: „Das ist Ihr Problem“, sollten Sie über einen Job- oder zumindest einen Abteilungswechsel nachdenken. Ihre Gesundheit ist wichtiger. Und schließlich der wichtigste Ratschlag: Gönnen Sie sich auch mal eine Auszeit.

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