Leider ist dieses lebende Lehrbuch der Biologie vom Aussterben bedroht. Der einzige natürliche Lebensraum des Axolotls ist der Xochimilco-See und das Kanalnetz im Süden von Mexiko-Stadt. Anthropogene Verschmutzung und eingeschleppte Raubfische haben den Bestand fast vollständig ausgerottet. Wussten Sie schon? Fast alle Axolotl, die heute in Laboren und Aquarien weltweit gehalten werden, stammen von nur 33 Tieren ab, die 1864 in einem See gefangen und nach Paris gebracht wurden. In freier Wildbahn leben diese Tiere 5–6 Jahre, in Gefangenschaft können sie bei guter Pflege ihren Besitzern bis zu 15 Jahre Freude bereiten.
Die Haltung eines Axolotls erfordert Geduld und Aufmerksamkeit. Gerade in Deutschland, wo exotische Haustiere immer beliebter werden, ist es wichtig zu wissen, dass dieses Tier sehr spezielle Bedürfnisse hat. Es benötigt sauberes, kühles Wasser (14–18 °C), wenig Licht und ein geräumiges Aquarium ohne scharfe Gegenstände, da diese die empfindliche Haut verletzen können. Gefüttert wird es mit Mückenlarven, Tubifex oder speziellem Futter. Axolotl sind Raubfische, und kleine Fische, die man mit ihnen hält, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit gefressen. Sie neigen außerdem zu Kannibalismus gegenüber kleineren Fischen, daher sollten nur etwa gleich große Tiere im selben Aquarium gehalten werden.
Heute ist der Axolotl weit mehr als nur ein Labortier; er ist ein wahres Kulturphänomen. Sein Bild taucht in Computerspielen (wie Minecraft), Memes und sogar in den Logos mexikanischer Umweltprogramme auf. Beim Kauf eines exotischen Tieres sollte man jedoch nicht nur sein amüsantes Aussehen, sondern auch den Artenschutz berücksichtigen. Wissenschaftler raten dringend davon ab, Axolotl in die freie Wildbahn auszusetzen (sie würden im deutschen Klima erfrieren) und ihre Zucht verantwortungsvoll zu gestalten. Wer weiß, vielleicht helfen diese „Wassermonster“ der Menschheit eines Tages dabei, verlorene Organe nachwachsen zu lassen.
