Home Wildtiere Der Nacktmull: Ein schmerzloser und nahezu unsterblicher Held der Unterwelt

Der Nacktmull: Ein schmerzloser und nahezu unsterblicher Held der Unterwelt

by cms@editor

Die Sozialstruktur einer Nacktmullkolonie ähnelt eher der von Bienen oder Ameisen als der von Säugetieren. Bis zu 300 Individuen leben in einer unterirdischen Stadt, die sich über Kilometer erstrecken kann. Es gibt eine Königin – ein einziges fortpflanzungsfähiges Weibchen –, ihre mehreren Partner und eine große Anzahl von Arbeitern (Männchen und Weibchen), die sich nicht fortpflanzen und ihr Leben dem Graben von Tunneln und der Suche nach Wurzeln widmen. Die Arbeiter sind in „Polizisten“, die die Eingänge vor Schlangen bewachen, und „Ammen“, die sich um den Nachwuchs der Königin kümmern, unterteilt. Diese Eusozialität ist unter Säugetieren äußerst selten und ermöglicht es der Kolonie, als ein einziger Superorganismus zu funktionieren.

Für wissenschaftsinteressierte Deutsche ist der Nacktmull seit Langem ein Star in Dokumentationen und wissenschaftlichen Artikeln. In Deutschland, wo Gerontologie und Anti-Aging staatlich gefördert werden (beispielsweise am Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns), sind diese Nagetiere Gegenstand intensiver Forschung. Wissenschaftler versuchen, die molekularen Mechanismen des Nacktmulls zu entschlüsseln, die es ihm ermöglichen, seine Gefäßelastizität und kognitiven Fähigkeiten bis ins hohe Alter zu erhalten, während andere Arten altern und abbauen. In Gefangenschaft können Nacktmulle sogar länger leben als in freier Wildbahn, und die Weibchen bleiben lebenslang fruchtbar.

Natürlich ist es unwahrscheinlich, ein solches Haustier zu Hause zu halten – sie benötigen spezielle Bedingungen, eine komplexe Sozialstruktur und tiefe Tunnel. In großen deutschen Zoos wie Berlin und Leipzig kann man diese faszinierenden Tiere oft durch spezielle Acrylglastunnel beobachten. Ihr emsiges Treiben ist faszinierend: Sie graben unaufhörlich, tragen Wurzelgemüse herum und kommunizieren mit für Menschen unhörbaren Ultraschallsignalen. Der Nacktmull ist der beste Beweis dafür, dass die Evolution manchmal die ungewöhnlichsten Wege geht und Lebewesen hervorbringt, die in kein bekanntes biologisches Schema passen.

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