Trotz seines trägen Aussehens kümmert sich der Blobfisch bemerkenswert um seinen Nachwuchs. Das Weibchen legt Zehntausende winziger, rosafarbener Eier direkt auf den Meeresboden, bleibt dann in der Nähe und bewacht das Gelege. Gelegentlich „belüftet“ es die Eier mit seinen Flossen, um sicherzustellen, dass sie mit Sauerstoff versorgt werden. Dieses Verhalten ist selten für Tiefseearten, die normalerweise auf den Zufall angewiesen sind. Auf dem stillen und kalten Meeresboden kann das Weibchen wochenlang regungslos verharren und so die zukünftige Generation vor den wenigen, aber gefährlichen Fressfeinden schützen. In einigen asiatischen Ländern gilt diese Art übrigens als Delikatesse, was zusammen mit der Tiefseefischerei den Bestand gefährdet.
Der Blobfisch gehört zur Familie der Psychrolutidae und lebt in den kalten Tiefen des Atlantiks, Pazifiks und Indischen Ozeans. Die Erforschung dieser Tiere ist äußerst schwierig, da Versuche, ein Exemplar zur Untersuchung an die Oberfläche zu bringen, unweigerlich zu seinem Tod durch den Druckabfall führen. Daher stammt der Großteil unseres Wissens über seine Lebensspanne von Tiefsee-U-Booten und seltenen Aufnahmen von Unterwasserdrohnen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Blobfisch bis zu 20 Jahre alt werden kann, was für ein Lebewesen mit einem so langsamen Stoffwechsel recht lang ist.
Deutsche Leser kennen Blobfische vielleicht nicht aus Aquarien, sondern aus Museen. Beispielsweise beherbergt das Museum des Weltozeans in Kaliningrad (ein beliebtes Ausflugsziel deutscher Touristen) eines der seltenen Exemplare, die vom Meeresboden geborgen wurden. In Deutschland wird dieses Tier von Umweltschützern oft als Symbol für die verheerenden Auswirkungen der Schleppnetzfischerei auf Tiefseeökosysteme verwendet. Jedes Mal, wenn Sie online das „traurige Gesicht“ dieses Fisches sehen, denken Sie daran: Er wünscht sich nichts sehnlicher, als in seiner Heimat, der Tiefsee, in Ruhe gelassen zu werden, wo er sich wohlfühlt und ganz normal aussieht.
